Hauszeitung Labersäckle - Flipbook - Seite 7
Gedicht
Frühling von Heinrich Heine
Die Wellen blinken und fließen dahin 3
Es liebt sich so lieblich im Lenze!
Am Flusse sitzt die Schäferin
Und windet die zärtlichsten Kränze.
Das knospet und quillt, mit duftender Lust
3
Es liebt sich so lieblich im Lenze!
Die Schäferin seufzt aus tiefer Brust:
Wem geb ich meine Kränze?«
Heinrich Heine (1797-1856):
Heinrich Heine ist einer der größten,
scharfsinnigsten
und
populärsten
Dichter
deutscher
Sprache.
Der
gebürtige Düsseldorfer ist gerade 25,
da erscheint in Berlin ein schmaler
Band mit Lyrik: 58 Texte, darunter
später so berühmte Gedichte wie
"Belsatzar" oder "Die Grenadiere".
Heine entpuppt sich als genauer
Beobachter mit spitzer Zunge.
Ein Reuter reutet den Fluß entlang,
Er grüßt so blühenden Mutes!
Die Schäferin schaut ihm nach so bang,
Fern flattert die Feder des Hutes.
1831 flüchtet Heine nach Paris, wo er
den Rest seines Lebens bleiben wird.
Hier lernt er seine große Liebe kennen
und macht den Zensoren zuhause auf
seine unvergleichliche Art den Prozess:
in Feuilletons, Reiseberichten und
Gedichten. In seinen letzten Jahren ist
Heine an sein Pariser Bett gefesselt.
Sie weint und wirft in den gleitenden Fluß
Die schönen Blumenkränze.
Die Nachtigall singt von Lieb und Kuß 3
Es liebt sich so lieblich im Lenze!
Quelle: https://www.wz.de/nrw/duesseldorf/fuenfklatschgeschichten-ueber-heinrich-heine
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