Hauszeitung - Der Bote vom Deutenberg - Flipbook - Seite 23
Zeitsprung
Tante-Emma-Laden
Wer erinnert sich noch an den kleinen
Laden um die Ecke? Der sogenannte
Tante-Emma-Laden war früher ein
fester Bestandteil vieler Dörfer und
Stadtviertel. Bevor große Supermärkte
und
Einkaufszentren
entstanden,
kauften die Menschen dort alles, was
sie im Alltag brauchten.
Man kannte sich im Viertel, tauschte
Neuigkeiten aus und nahm sich Zeit für
ein paar Worte. Für viele Menschen war
der Laden deshalb auch ein Treffpunkt
im Alltag.
Ein weiterer Unterschied zu heute:
Häufig konnten Stammkundinnen und
Stammkunden „anschreiben lassen“.
Das bedeutete, dass der Einkauf notiert
und später bezahlt wurde – ein Zeichen
von Vertrauen zwischen Ladenbesitzer
und Kundschaft.
Der Tante-Emma-Laden war meist
klein, aber erstaunlich gut sortiert. In
den Regalen standen Mehl, Zucker,
Nudeln, Konserven oder Bonbons in
großen Gläsern. Hinter der Theke wog
die Ladenbesitzerin, oft liebevoll „Tante
Emma“ genannt, Käse, Wurst oder
Kaffee frisch ab. Vieles wurde noch
einzeln verpackt oder direkt aus großen
Vorratsbehältern verkauft.
Mit der Zeit verschwanden viele dieser
kleinen Geschäfte, weil große Supermärkte ein größeres Sortiment und
günstigere Preise anbieten konnten.
Trotzdem erinnern sich viele Menschen
gerne an diese Zeit zurück. Der TanteEmma-Laden steht bis heute für Nähe,
Vertrauen und ein persönliches Einkaufserlebnis.
Besonders wichtig war jedoch nicht nur
das Einkaufen, sondern auch das Gespräch.
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