Inside Alpenland 2025-26 - Magazin - Seite 20
Neustart mit Herz
„Manchmal beginnt ein
neuer Lebensabschnitt
nicht mit einem Plan –
sondern mit einem Gefühl.“
Mit diesem Gedanken beschreibt Erika Mika den Moment,
möglich gemacht. Sie startete als Praktikantin, kämpfte
in dem sie spürte, dass ihr Leben eine neue Richtung
sich durch sprachliche Hürden, lernte Schritt für Schritt.
brauchte. Die heute 37-Jährige stammt aus Rumänien.
Aus dem Praktikum wurde ein Job als P昀氀egehelferin, aus
Dort begann sie nach dem Abitur ein Theologiestudium
dem Job eine anerkannte P昀氀egefachkraft.
– doch je weiter sie kam, desto stärker wurde der innere
Widerstand. „Ich wollte nicht nur über Nächstenliebe sprechen – ich wollte sie leben.“
Mut, Geduld und Ausdauer
Erika beschreibt sich selbst als eher ruhigen Menschen.
Der Weg in die P昀氀ege
Einer, der nicht sofort im Mittelpunkt steht. Das mach-
Sie entschied sich, Krankenschwester zu werden. Ein
bestehen, Verantwortung übernehmen – alles brauchte
Beruf, der fordert, aber auch erfüllt. Dann kam das Ange-
Zeit. Aber sie gab nicht auf. Heute leitet sie einen eigenen
bot, nach Deutschland zu gehen. Ohne konkrete Pläne,
Wohnbereich, absolviert eine Weiterbildung in Führung
te den Weg nicht leichter: Sprache lernen, Prüfungen
ohne Netz, ohne Sprachkenntnisse. Nur mit Ho昀昀nung im
und Organisation und begleitet andere auf ihrem Weg.
Gepäck. Der erste Versuch scheiterte an fehlenden Papie-
„Ich merke: Ich bin genau dort, wo ich sein möchte.“
ren. Doch statt aufzugeben, beschloss Erika: „Ich probiere
es wieder.“ Im März 2012 klappte es schließlich. Gemeinsam mit zwei jungen Frauen kam sie nach Ravensburg –
ins Ungewisse.
Dankbarkeit und Stolz
Der Abschied von ihrer Familie in Rumänien war schwer.
Und doch weiß Erika: Es war die richtige Entscheidung. „Ich
Ein Ort zum Ankommen
habe hier Menschen getro昀昀en, die an mich geglaubt haben,
bevor ich selbst daran glauben konnte.“
Im Seniorenzentrum Weststadt, einer Einrichtung der
Alpenland Gruppe, wartete eine Überraschung: „Wir
Alpenland wurde für sie mehr als nur ein Arbeitgeber – es
wurden empfangen – nicht wie Fremde, sondern wie
wurde ein Ort, an dem sie Wurzeln schlagen durfte. Heute
Menschen.“
steht sie als P昀氀egefachkraft, Wohnbereichsleitung und Teil
eines starken Teams fest im Leben.
Ein Zimmer, Hilfe bei Behördengängen, Unterstützung
im Alltag – nichts war selbstverständlich, aber alles wurde
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Vielfalt