Inside Alpenland 2025-26 - Magazin - Seite 44
Mit roter Nase
und offenem
Greif alias
Herzen – Henry
Clown Enrico bringt
Lachen ins Haus
Wenn Henry Greif die rote Nase aufsetzt, verändert sich
etwas. Aus dem ruhigen, besonnenen Mann wird Enrico
– ein Clown, der durch die Flure der Seniorenresidenz am
Kaiserring schlendert, mit einer Mundharmonika in der
Hand und einem Augenzwinkern auf den Lippen. Seit über
acht Jahren besucht er die Wohngruppen – ehrenamtlich,
aus Überzeugung und mit einer ansteckenden Portion
Lebensfreude.
Ehrenamt mit Herz
„Der Alltag ist Alltag“, sagt Henry Greif, „und der Clown ist
„Ich mische mich unter die Leute. Ich höre zu, beobachte.
genau das Gegenteil.“ Für ihn ist Enrico kein Schauspiel, son-
Manchmal genügt ein Blick, ein Lächeln oder ein Lied aus
dern ein liebevoller Perspektivwechsel. Ein Stück Freiheit,
ihrer Zeit. Und plötzlich ist da eine Verbindung.“
Spiel und Leichtigkeit – und manchmal auch Trost. Denn
das, was den Clown ausmacht, ist nicht das perfekte
Diese spontanen Begegnungen sind es, die
Gelingen, sondern das fröhliche Scheitern. „Der Clown stol-
Henry Greif antreiben. Sie sind klein, leise,
pert, fällt hin, steht wieder auf – und lacht. Er zerbricht nicht
aber echt. Ein Moment des Wiedererkennens,
am Scheitern. Das kann man fürs Leben mitnehmen.“
des Erinnerns – und oft auch des Miteinanders.
„Wenn jemand sagt: ‚Wann kommst du wieder?‘ – dann
Wenn Enrico kommt, gibt es kein festes Programm. Kein
Bühnenlicht, keine große Show. Stattdessen pfeift er im
Gang, spielt auf der Mundharmonika, nickt freundlich und
ruft ein fröhliches „Hallo“. Dann schaut er, was passiert.
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Betreuung
weiß ich, dass ich etwas hinterlasse. Und das ist das Schönste.“