Inside Alpenland 2025-26 - Magazin - Seite 73
„Manchmal braucht man einfach nur
Mut, ein gutes Team und ein bisschen
Humor – dann geht fast alles.“
Andreas Haneder über seine Arbeit in der Eingliederungshilfe
Wenn Andreas Haneder morgens zur Arbeit nach Sulz
kommt, weiß er nie genau, was ihn erwartet – und genau
das liebt er. Seit über 16 Jahren ist er Teil des AlpenlandTeams, Arbeitserzieher, Alltagsgestalter und Mutmacher.
„Jeder Tag ist anders – und genau das macht die Arbeit so
spannend.“
Vom Modellbauer zum
Menschenbegleiter
Wenn das Team zur Familie wird
Sein Weg in die Eingliederungshilfe war nicht geradli-
„Wir sind bunt gemischt, aber wir ziehen an einem Strang.
nig. Er ist gelernter technischer Modellbauer, arbeitete
O昀昀ene Ohren, schnelle Lösungen, viel Unterstützung – das
später in Jugend- und Arbeitstherapie sowie in der
fühlt sich an wie Familie.“ Auch der Austausch mit dem
sozialpädagogischen Familienhilfe. Schließlich kam er
Haupthaus klappt gut. „Bei Alpenland steht der Mensch
nach Sulz – in einen Wohnbereich, der gerade aufge-
im Mittelpunkt – für Bewohner*innen und Mitarbeitende.“
baut wurde. „Ich habe beim Start der Arbeitstherapie für
verhaltensau昀昀ällige Jugendliche mitgearbeitet – herausfordernd, aber erfüllend.“
Ein Moment, der alles veränderte
Einen Abend wird er nie vergessen. Eine Matratze
zum
brannte, ausgelöst durch eine psychische Krise eines
Heilpraktiker für Psychotherapie. „Ich möchte verstehen,
Bewohners. „Wir haben sofort reagiert – Türen schließen,
was Menschen bewegt.“
Bewohner wecken, alle in Sicherheit bringen.“ Niemand
Parallel
absolviert
er
eine
Weiterbildung
wurde schwer verletzt, aber der Bereich blieb mona-
Arbeiten mit Kopf, Herz und Humor
telang unbewohnbar. „Diese Zeit hat uns zusammengeschweißt.“
Der Tag beginnt mit einer Be昀椀ndlichkeitsrunde. „Wir
schauen, wie es jedem geht und welche Aufgaben passen. Jeder soll ein Erfolgserlebnis haben.“ Ob Nähen,
Wünsche und Werte
Werkeln oder kreative Projekte – er begleitet alles mit
Privat 昀椀ndet er Ausgleich in seinem alten Bauernhaus
Herzblut. „Wenn jemand stolz auf sein Ergebnis ist, ist das
mit Hühnern, Ziegen, Hund und Katzen. „Die Natur
das schönste Gefühl.“
ist mein bester Therapeut.“ Humor hilft ihm im Alltag.
„Manchmal sagen Bewohner*innen Dinge, die mich an
Nicht jeder Tag läuft glatt. „Manchmal muss man Ideen
mich selbst erinnern – da muss ich lachen.“
anpassen. Geduld gehört dazu – aber das Lächeln der
Bewohner*innen entschädigt.“
Sein Motto: „Gib niemals auf!“ Das
Bild vom Frosch im Schnabel des
Storches begleitet ihn durch viele
Situationen.
Mitarbeitende im Fokus
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